Fredrick Musyoki

Geburtstag

Wednesday, 7. April 2004

Vorgeschichte

Nach der Erzählung von Francis! Die vier Kinder mussten seit Jahren mit ihren Eltern ständige Ortswechsel, bedingt durch den Job des Vaters in Kauf nehmen. Francis der Älteste hat am meisten darunter gelitten, da er oft die Schule wechseln musste. Im Juni diesen Jahres hat er die Schule in der 5.Klasse verlassen. Martin der nun 7 Jahre ist wurde nie eingeschult. Ndolo ist schon 5 Jahre alt und hat noch nie einen Kindergarten oder eine Schule gesehen. Fredrick genannt "Freddy" ist nun 2 1/2 Jahre und ist eigentlich zufrieden wenn er genügend zu Essen bekommt. Der Vater hat im Juni 2006 aus unbekannten Gründen die Familie verlassen. Die Mutter ging im Juli 2006 auf die Suche nach dem Vater (angeblich) und ist nie zurückgekehrt. Die Kinder waren plötzlich allein und wussten nicht wie sie überleben sollten. Anfangs hat ihnen der Supermarkt in der Nachbarschaft noch Kredit gewährt, aber nach 3 Wochen haben sie nichts mehr bekommen. Der Älteste "Francis", hat den Jüngsten "Freddy" mit Zuckerwasser am Leben erhalten. Francis hatte plötzlich eine große Verantwortung und diese hat ihn fast erdrückt. Zuerst hatte er Heimweh nach seinen Eltern, dann die Sorge um seine Brüder, er musste plötzlich alle versorgen und fühlte sich verantwortlich. Es gab kein Lebenszeichen von seinen Eltern oder von irgendwelchen Verwandten. Es gab niemanden! Es gab niemanden dem man Fragen stellen konnte! Nirgendwo war Hilfe in Aussicht! Dies war einfach zu viel für den 13 Jährigen Francis - er weinte oft wegen seiner aussichtslosen Situation (seine jüngeren Brüder haben uns dies erzählt)- dann hat er nur noch auf Hilfe gehofft. Am 23.August 2006 kam Hilfe - jemand hat die Polizei und das Jugendamt verständigt. Die Kinder wurden in ihrem jämmerlichen Zimmer geborgen und zu einem Kinderheim in Kwale gebracht. Die Presse war dabei und in Kenya konnten alle im Fernsehen die dramatische Rettung verfolgen. Die Kinder wurden in dem Kinderheim in Kwale von den dort wohnenden Kindern nicht akzeptiert und weinten sich jeden Abend in den Schlaf.Eine Mitarbeiterin des Kinderheims nahm die Kinder für eine Woche zu sich, aber dies war keine langfristige Lösung. Das Jugendamt wurde wieder eingeschaltet und sie fragten uns (Nice View Children's Village) ob wir die Kinder nehmen könnten. Obwohl wir eigentlich keinen freien Platz im Moment haben, haben wir spontan zugestimmt, nachdem wir die traurige Geschichte gehört haben. Wir haben trotz Engpass noch Platz für die vier Kinder geschaffen - es geht immer irgendwie. Wir sehen nun wie dringend unser neues Kinderheim gebaut werden muss! Am 13.September kamen die 4 Kinder zu und sie haben sich sofort in unserer großen Familie wohlgefühlt. Ein zusätzlicher Tisch im Essbereich wurde aufgestellt und der kleine Freddy bekam ein eigenes Töpfchen - dort sitzt er mit unseren acht Babys nach jeder Mahlzeit und zwischendurch. Martin hat heute (14.09.06) zu uns gesagt: "Selbst wenn man unsere Mutter finden sollte, ich bleibe auf jedenfall hier in Nice View - es ist so schön hier"! Freddy, der Kleinste, hat mich (Gudrun) heute (14.09.06) morgen spontan umarmt, als ich allen Kindern "Guten Morgen" wünschte. Ich war total gerührt von dieser spontanen Geste. Kinder brauchen vor allem Liebe und Zuneigung und wir geben ihnen diese bei uns in Nice View! Das Jugendamt sucht nun mit unserer Hilfe nach den Eltern oder Verwandten der Kinder, falls wir irgendwelche Hinweise bekommen werden wir denen nachgehen. Wir warten nun auf die Ergebnisse aller Untersuchungen, nachdem können wir genauer berichten, wie es mit der Zukunft der Kinder aussieht. Im Moment ist es ihnen nicht erlaubt eine Schule zu besuchen - bis die Untersuchungen abgeschlossen sind! Bis dahin werden die Kinder in Nice-View-Children-Village altersgemäß geschult und es gibt jede Menge Freizeitangebot und Sport in unserem Programm.

Im Juni 2007 sind die vier Brüder noch immer bei uns. Freddy ist wie Martin sehr wild und bringt etwas Unruhe in unsere Nice View Kindergartengruppe. Wir sind jedoch optimistisch, dass unsere Erziehungsmassnahmen bald Früchte tragen werden und Freddy ruhiger wird. Freddy tanzt sehr gerne und es ist erstaunlich wie gut er schon Kinderlieder singen kann.

Werdegang

Juli 2008: Unser Freddy: eines der älteren Mädchen sagte vor einer Weile: es gibt nichts was Freddy nicht kann. Ob tanzen, ganz alleine Lieder singen, oder im Kindergarten. Leider nutzt er diese seine Fähigkeiten auch dazu kontinuierlich irgendeinen Blödsinn zu machen. Allerdings ist er vermutlich noch zu klein um zu erkennen, dass dies nicht immer gut ankommt und man sich so öfters mal in Schwierigkeiten bringt. Ein richtiger kleiner Feger

August 2009: Wie nicht anders erwartet gehört Freddy zu den besten Vorschülern und kommt nach den Sommerferien (mit noch nicht einmal 5 1/2) in die Schule. Da er jedoch in Nice View II ständig im Auge behalten werden muss, und wir nicht riskieren wollen, dass das schönen neue Kinderhaus Schaden nimmt, überlegen wir uns allerdings in wieder nach Nice View I zu holen. Dort wäre er dann auch wieder bei seinen älteren Brüdern.

November 2010: Fredrick, auch Muala genannt, geht jetzt in die 2. Klasse und ist, da sind sich die Lehrer und wir einig, hochintelligent. Allerdings muss er nach wie vor ständig beaufsichtigt werden. Unglaublich was ihm so alles einfällt, und es gelingt ihm nicht immer uns mit selbstgepflückten Blumen nachsichtig zu stimmen. Zum Glück hat sich sein Sozialverhalten verbessert, und er bekam in der Schule sogar eine Auszeichnung hierfür.

April 2012: Fredrick geht nun in die 3. Klasse. Er ist gut in der Schule, fleißig aber auch etwas schlampig und muss an seiner Schrift und Heftführung arbeiten. Er macht Taekwondo und nimmt an der AG Zeichnen teil. Er ist noch immer einer der wilderen Jungs, sein Verhalten hat sich aber deutlich gebessert, was dazu führt dass er auch mal gelobt wird wenn er sich nur fast perfekt benommen hat. Fredrick ist unser 'Big Eater' und nur schwer satt zu bekommen.

Oktober 2013: Fredrick ist sehr selbstbewusst. Wenn beispielsweise auf der Feier zum Tag der Waisenkinder gefragt wird, wer ein Gedicht vortragen könnte, springt Fredrick sofort auf und sagt dann ganz spontan und voller Enthusiasmus ein Gedicht auf - und das vor mehreren hundert Menschen. Er traut sich alles zu und wir ihm auch. Allerdings steht er sich manchmal selbst im Weg und ist in der Schule zu unkonzentriert und unordentlich. Er ist jetzt in der 3. Klasse.

Januar 2016: Fredrick wurde leider nicht versetzt und wiederholt momentan die 6. Klasse. Obwohl (oder gerade weil) er eigentlich hochbegabt ist und immer sofort alles kann, ist er schlecht und unkonzentriert in der Schule. Es ist hyperaktiv und man muss ihn eigentlich die ganze Zeit beschäftigen, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Fredrick kann sehr charmant sein, ist alles andere als schüchtern und hilfsbereit. Er tanzt und singt gerne und führt gerne und gekonnt durch Gesellschaftsabende.

Kindergeschichte in PDF !