Moses

Moses wurde in einer dramatischen Rettungsaktion aus seinem Gefängnis befreit. Er befand sich in einem dunklen und völlig leeren Zimmer in Mombasa. Dieser tragische Vorfall wurde sogar in den kenianischen TV Nachrichten gesendet. Die Mutter hatte den ca. 5 jährigen Jungen sehr oft in diesem Zimmer…

Moses wurde in einer dramatischen Rettungsaktion aus seinem Gefängnis befreit. Er befand sich in einem dunklen und völlig leeren Zimmer in Mombasa. Dieser tragische Vorfall wurde sogar in den kenianischen TV Nachrichten gesendet. Die Mutter hatte den ca. 5 jährigen Jungen sehr oft in diesem Zimmer für viele Stunden eingesperrt, wie die Nachbarn erzählten. Dann kam der Tag X als die Mutter nicht mehr wieder zurückkam und der Kleine lag völlig allein und ohne Essen auf dem harten Boden im Zimmer.

Die Sozialarbeiterin suchte nach einem Kinderheim in Mombasa, aber keiner wollte den Kleinen aufnehmen. Sie wandte sich dann an das Jugendamt in Kwale und auch dort lehnten alle gefragten Kinderheime ab. Verzweifelt hat sie dann unseren Sozialarbeiter in Nice View angerufen und wir haben ihn sofort bei uns aufgenommen. Eigentlich sind wir beim Jugendamt für die Aufnahme von Babies gemeldet, aber immer wieder sind wir die Anlaufstelle für Kinder die keiner haben will. Wir lehnen nie ab, denn für Kinder in Not sind wir da!

Wir haben den Kleinen "Moses" genannt - der Name wurde von unseren Kindern ausgesucht. Alle sind sehr besorgt um Moses und schon am nächsten Tag gingen wir mit ihm zur Therapie, die er nun täglich braucht und wir hoffen, dass er bald laufen kann.

November 2010: Es hat sich leider herausgestellt, dass Moses genauso wie Neema an Gehirnlähmung leidet. Allerdings ist die Behinderung bei ihm viel weniger ausgeprägt und wir konnten im letzen Jahr bei Moses sehr viel Potential erkennen. Wir sind davon überzeugt dass er irgendwann einmal laufen und wahrscheinlich sogar sprechen kann. Daher haben wir beschlossen ihn bestmöglich zu fördern und Moses besucht nun seit September eine spezielle Therapieeinrichtung für Kinder mit Gehirnlähmung im Westen von Nairobi. In den Ferien kommt er dann nach Hause, und wir freuen uns schon auf ihn!

Juni 2011: Nach langer Suche haben wir in der näheren Umgebung ein Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder gefunden. Es befindet sich in der Ortschaft Makobe in Richtung Shimba Hills. Wir haben diese Einrichtung besucht und waren sofort begeistert. Die gut geschulten Mitarbeiter sind voller Enthusiasmus und betreuen die behinderten Kinder auf liebevollste Art und Weise. Daher, und da wir bisher bei Moses keine Verbesserung erkennen konnten, haben wir Mitte Februar beschlossen Moses und auch Neema dort unterzubringen. Beide fühlen sich dort sichtlich wohl und haben auch schon Freundschaften geschlossen. Moses kann bereits stehen und mit Hilfe etwas laufen. In den nächsten Ferien im August kommt er wieder für ein paar Wochen zu uns nach Hause, und wir sind schon sehr gespannt auf die Fortschritte die er gemacht hat!

April 2012: Moses läuft immer besser, allerdings noch nicht selbständig. Er ist sehr kontaktfreudig, langweilt sich aber trotzdem manchmal wenn er in den Ferien zu Hause ist. Auch hält er dann oft die Betreuerinnen nachts wach, da er tagsüber nicht immer ausgelastet ist.

Oktober 2013: Es ist schön zu sehen, wie positiv sich Moses entwickelt hat. Sie leisten ausgezeichnete Arbeit in dem Behindertenheim, in dem er sich zur Schulzeit befindet, und Moses kann immer besser selbständig sitzen, versucht alleine aufzusehen und läuft auch immer besser, allerdings bisher noch mit Hilfestellung. Wenn er in der Schulferien zuhause ist, ist er meist ein ausgeglichenes und zufriedenes Kind.

Januar 2015: Moses hat seit einer Weile eine Therapeutin, die hauptsächlich mit ihm arbeitet und unser Team in Kenia hat ihn darum erst etwas später nach Hause geholt als sonst üblich, da diese noch mit ihm arbeiten wollte, als die anderen Kinder bereits in die Ferien gingen. Dafür haben ihn ein paar Mitarbeiter und Kinder, die auch bereits Ferien hatten, besucht.
In Makobe, dem Heim für Kinder mit Behinderungen angekommen, wartete dann eine riesen Überraschung auf sie: Moses kann zwischenzeitlich selbständig laufen! Er sitzt nun auf einem großen Stuhl und kann aufstehen, wenn man ihm den Rücken stützt. Seine Therapeutin meint er wird noch viel lernen. Beispielsweise ein Glas zu heben oder selbständig zu essen.
Wir freuen uns riesig für Moses!

Februar 2019: Da die Versorgung in dem Behindertenheim leider immer schlechter wurde, hat sich das Nice View Team dazu entschieden, Moses wieder ganz nach Hause zu holen. Er hat nun eine eigene Ergotherapeutin, die regelmäßig mit ihm arbeitet und eine Mama (Mitarbeiterin), die sich ausschließlich um ihn kümmert. Er macht kleine, aber merkliche Fortschritte.