Besucherbericht Familie Stiller vom 05.12.2013

von Karin und Michael Stiller: Das Jahr kann ja so lang sein!

von Karin und Michael Stiller:

Das Jahr kann ja so lang sein……………!

Nachdem wir im Januar 2010 eine Patenschaft übernommen hatten,  wollten wir natürlich Michelle persönlich kennenlernen und uns selbst ein Bild von Nice View machen. Daher war auch unser diesjähriges Urlaubsziel Kenia. Lange hatten wir alles vorbereitet, kleine Geschenke für die Kinder füllten den Schrank zu Hause, aber irgendwann musste dann die Bremse angezogen, um das Übergewicht im Flugzeug in Grenzen zu halten. Diesmal mussten wir feststellen, dass die Fluggesellschaften es einem immer schwerer machen Hilfsgüter  auf unbürokratische Weise mal einfach so mitzunehmen. Mein Reisebüro kam mir entgegen und beantragte 5kg Übergewicht (zahlungspflichtig) im Voraus. Hat soweit alles gut geklappt. Ein Telefonat vom Hotel aus mit Gudrun Dürr ließ uns eine Verabredung für den 05.12.2013 treffen. Gudrun organisierte das Taxi und pünktlich um 9:30 Uhr kam Henry und holte uns ab. Henry, ein sehr symphatischer, netter, hilfsbereiter und freundlicher junger Mann fuhr uns mit seinem Taxi sicher nach Nice View. Die Tore öffneten  sich und gespannt auf das was uns jetzt erwarten würde fuhren wir auf das Gelände, wo uns schon Josephine erwartete. Der erste Eindruck der sich uns bot, war ein Kinderdorf gepflegt und sauber, wie man es wahrscheinlich selten in Kenia sieht.

Da in Kenia Schulferien sind, waren fast alle Kinder im Dorf. Zögernd kamen die ersten Kinder, um uns zu begrüßen. Alle Kinder gaben uns die Hand, nannten ihren Namen und schaute uns erwartungsvoll an, denn Sie kannten uns ja noch nicht. Das Eis ist blitzschnell geschmolzen und schon waren alle in Ihren Element lachten  lärmten, spielten und freuten sich über die mitgebrachten Bälle. Michelle freute sich über den großen mitgebrachten Teddybär, die Bälle, usw. Alles meins………….. wie es auch bei unseren Kindern oder Enkelkindern zu Hause nicht anders ist. Diese Unbeschwertheit der Kinder war einfach schön anzusehen, denn jeder der schon einmal in Kenia war, kann bestätigen, dass es glückliche und lachende Kinder nur selten zu sehen gibt (Worüber sollten sie auch lachen) Hier in Nice View hat man das Gefühl, alles passt. Die Familie Dürr hat ein Paradies für Kinder geschaffen, die ansonsten kaum eine Überlebenschance gehabt hätten.

So gegen 10:00 Uhr setzten sich alle Kinder im Speiseraum auf Ihre Plätze und erwarten Ihr 2. Frühstück. Es gab eine Tasse Milchsuppe. Danach war wieder spielen angesagt. Ein Jeep war gerade in Nice View II eingetroffen und das passte vorzüglich, denn wir wollten uns ja noch die Schreinerei und die Mechanische Werkstatt in Nice View I ansehen. Wir also alle rein ins Auto und ab ging die Post. Es sind doch einige Meter die Nice View I und II voneinander trennen. In der mechanischen Werkstatt angekommen, konnten wir uns umschauen, Schlosser und Schweißerarbeiten bewundern und das gerade fertig gestellte Klettergerüst und die Hollywoodschaukel bewundern. Sie erhielten gerade den abschließenden Farbanstrich. Es wird alles selbst hergestellt oder repariert.

Weiter ging es zur Schreinerei. Dort konnten wir uns von einer kompletten Tischlerei überzeugen. Hier werden Fenster, Türen, Möbel, Stühle, Betten und Regale für den Eigenbedarf hergestellt. Auch Kundenwünsche von Freunden und Geschäftspartnern werden entgegen genommen und realisiert. Die erwirtschafteten Gelder kommen dem Projekt Nice-View zu Gute. Eine Strandliege aus Teakholz hatte es uns besonders angetan. Solide Verarbeitung und Funktionalität haben uns überzeugt, doch leider fürs Handgepäck unbrauchbar. Schade! Trotz minimaler Englisch Kenntnisse konnten wir uns ganz gut verständigen. „Mshila“ mit seinen guten  Deutschkenntnissen überraschte uns und trotz „Lücken" , die wir mit Gesten schlossen gelang es uns ein Gespräch zu führen.

Zurück in Nice View II, lud uns Gudrun zum Mittagessen ein. Wir nahmen es dankend an. Ein langes Gespräch über die Entstehung von Nice View, von immer wiederkehrenden täglichen Problemen, sei es stundenlanger Stromausfall oder der alltägliche Wahnsinn, der nur mit Ausdauer und Geduld und mit viel Enthusiasmus immer und immer wieder gemeistert werden kann. Unsere Bewunderung gilt Gudrun und Ihrem gesamten Team.

Ein Besuchstag in Nice View kann die Problematik nicht aufzeigen, die hier alltäglich ist. Wir sehen nur das was sichtbar gemacht wurde, alle unsichtbaren Dinge die Nerven und Durchhaltevermögen kosten kann man nur erahnen. Alle Achtung nochmals an alle die sich hier persönlich einbringen um Kindern eine Zukunft zu geben.

Die Kleinen hielten Mittagsruhe und Mama Josephine zeigte uns Nice View II mit all seinen Räumlichkeiten. Sprachschwierigkeiten hatten wir keine, denn es musste nicht viel gesprochen werden, dies alles ging auch ohne Worte. Wir sind begeistert von den Aufenthaltsräumen der Mädchen und Jungen mit den wunderschön bemalten Wänden, den praktisch und gemütlich eingerichteten Kinderzimmern, mit ihren Kuscheltieren übersäten, sauberen Bettchen.

Fazit: Gemütlich , praktisch , sauber , gut . Mehr kann man eigentlich nicht sagen. Dann kamen die Klassenräume dran, die zur Ferienzeit für die Freizeitgestaltung genutzt werden. Beschäftigung in allen Richtungen. Die kleinen zogen Perlen auf Bändern und die Großen kämpften mit Stricknadeln. Nicht nur die Mädchen, nein auch die Jungs waren mit dabei. Ein Schmunzeln lag auf meinem Gesicht, ich dachte so an meine ersten Strickversuche. Was kann man noch so sagen, es bleibt nichts offen. Demnächst werden Flechtarbeiten mit Naturmaterialien angeboten, um Korbwaren, Schalen etc. herzustellen. Hier macht man sich Gedanken um die Freizeit sinnvoll nutzen zu können.

Die Kinder sind aufgewacht und jetzt ging es zum Spielen auf den Sportplatz. Wir natürlich mit . Die großen Jungs spielten Fußball , was für ein Einsatz bei dieser Hitze. Die Kinder spielten Ball, lachten , tobten und es war ein Genuss Ihnen zuzusehen. Die Fotos, die ich machen konnte beweisen es,  immer wieder. Michelle und die anderen Kinder fanden den Fotoapparat auch sehr interessant und somit dauerte es auch nicht lange und Michelle hatte ihn mir abgenommen. Das ist eine richtige kleine "Bolle“. Mit Witz und unendlichem Charme konnte sie unser Herz im Sturm erobern. Feine Fotos hast Du gemacht, wir natürlich auch. Musste ja auch alles festgehalten werden, für die Berichterstattung im Bekanntenkreis, die dann fragen, na wie war es in Kenia?!

Das war jedenfalls nicht unser letzter Besuch. Wir haben uns gefreut, dass Ihr uns so herzlich aufgenommen habt. Wir kommen ganz bestimmt wieder. Michelle, wir wollten Dein Spiel nicht unterbrechen, aber das Taxi wartete schon. Auf diesem Wegen wollen wir Dich drücken und auf Wiedersehen sagen bis zum nächsten Mal.

Einen schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen wir dem gesamten Team aber vor allem Dir Gudrun, die uns diesen Tag ermöglicht hat. Es hat uns sehr gut gefallen.

Herzliche Grüße senden Euch

Karin und Michael Stiller