November 2014: Besucherbericht Heike Dreher

Mitte August 2014 war es mal wieder soweit. Wie oft ich seit 2003 in Kenia war, kann ich mittlerweile kaum noch zählen. Dieses Mal fliege ich jedoch mit sehr gemischten Gefühlen, denn eins der Kinder wird mich dieses Mal nicht mehr begrüßen. Samuel ist 3 Wochen zuvor völlig unerwartet gestorben.

Mitte August 2014 war es mal wieder soweit. Wie oft ich seit 2003 in Kenia war, kann ich mittlerweile kaum noch zählen. Dieses Mal fliege ich jedoch mit sehr gemischten Gefühlen, denn eins der Kinder wird mich dieses Mal nicht mehr begrüßen. Samuel ist 3 Wochen zuvor völlig unerwartet gestorben.

Als ich im Kinderdorf ankomme, steht die Bilderwand mit Bildern von Samuel vor dem Eingang zur Banda (Gemeinschaftsraum, in dem auch gegessen wird) und ich muss bereits das erste Mal kräftig schlucken. Später erfahre ich, dass dies für die Kinder wichtig ist. So haben sie das Gefühl, Samuel wäre noch immer bei ihnen.

Nach und nach erzählen die Kinder und Mitarbeiter aus ihrer Sicht, was 3 Wochen zuvor geschehen ist. Fredrick bittet mich, ihn mitzunehmen, wenn ich Samuels Grab besuche. Ich entschließe mich daraufhin alle älteren Kinder, die das Bedürfnis haben mitzukommen, mitzunehmen. So sind wir dann eine recht große Gruppe, die sich am nächsten Tag aufmacht, Samuels Grab zu besuchen. Alle älteren Kinder, die sich momentan im Kinderdorf befinden, sind mit dabei. Außer Mary, die an diesem Tag hohes Fieber hat. Auch ein paar Mitarbeiter schließen sich uns an.

Zu meiner Überraschung befindet sich das Grab nicht auf dem Klinikgelände, sondern schräg gegenüber des Eingangs. Die Stelle ist gut gewählt und das Grab von schönen alten Bäumen umrahmt. Sobald die Erde abgesackt ist, wird es angelegt werden.

Den Kindern ist die Erschütterung über Samuels Tod noch immer deutlich anzusehen und er holt uns in der 3 Wochen, in denen ich in Kenia bin, immer mal wieder ein. Beispielsweise am 2. Schultag nach den Ferien, als Joshua beim Mittagessen in Tränen ausbricht und nicht mehr aufhören kann zu weinen. Er und Samuel waren gute Freunde.

Nichtsdestotrotz geht es den Kindern, außer Neema, sehr gut und ich freue mich darüber, wie positiv sie sich entwickelt haben.

Ich konnte in den 3 Wochen die Vorbereitungen zur Klinikeröffnung hautnah miterleben und habe natürlich auch dieses Mal wieder viele Bilder mitgebracht. Meine Erlebnisse und Neuigkeiten werde ich in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin, hier auf der Homepage, mit Ihnen teilen. Es gibt viel zu berichten.

Ihre

Heike Dreher